Fake-Profil mit Ihrem Namen: Identitätsmissbrauch erkennen und belegen
Ein fremdes Konto verwendet Ihren Namen oder Ihre Fotos? So unterscheiden Sie eine Profilkopie von einem gehackten Konto und dokumentieren den Missbrauch.
Ein Fake-Profil mit Ihrem Namen sollten Sie zunächst dokumentieren und anschließend über die Plattform melden. Prüfen Sie zugleich, ob jemand nur ein neues Konto angelegt hat oder auch Zugriff auf Ihr echtes Konto besitzt. Diese Unterscheidung bestimmt, welche Schutzmaßnahmen sofort nötig sind.
Ein kopiertes Foto bedeutet noch nicht, dass Ihr Passwort bekannt ist. Umgekehrt kann ein unveränderter Profilname verbergen, dass Ihr echtes Konto bereits von jemand anderem verwendet wird. Schauen Sie deshalb auf die Kontoaktivitäten und nicht nur auf das Erscheinungsbild.
Kopiertes Profil oder übernommenes Konto?
Bei einer Profilkopie besteht Ihr bisheriges Konto unverändert weiter. Das fremde Konto nutzt etwa dasselbe Bild und einen ähnlich geschriebenen Namen. Bei einer Kontoübernahme erscheinen dagegen Nachrichten oder Beiträge in Ihrem wirklichen Konto, die nicht von Ihnen stammen, oder Ihre Zugangsdaten funktionieren nicht mehr.
Die Polizeiliche Kriminalprävention beschreibt beide Formen des Missbrauchs und empfiehlt bei betroffenen Zugängen unter anderem neue Passwörter und zusätzliche Sicherheitsfunktionen. Auch finanzielle Folgen durch Bestellungen oder Verträge unter fremdem Namen sind möglich. Polizei: Identitätsdiebstahl.
Ändern Sie bei einem übernommenen Konto das Passwort über die echte Plattformseite. Kontrollieren Sie hinterlegte Kontaktadressen und aktive Sitzungen. Haben Sie dasselbe Passwort anderweitig benutzt, sollten diese Zugänge ebenfalls geprüft werden. Folgen Sie dabei keinen angeblichen Rettungslinks, die Ihnen unbekannte Profile zusenden.
Welche Unterlagen das Fake-Profil nachvollziehbar machen
Dokumentieren Sie die Profiladresse und den sichtbaren Benutzernamen getrennt. Ein Anzeigename kann geändert werden oder mehrfach vorkommen. Eine direkte Fundstelle hilft, das tatsächlich gemeinte Konto später wiederzufinden.
Halten Sie in einer kurzen Übersicht fest:
- Welche Bestandteile wurden von Ihnen übernommen, etwa Name, Foto oder Berufsangabe?
- Welche Beiträge oder Nachrichten sind unter dieser Darstellung erschienen?
- An wen wurden Nachrichten geschickt und wer kann deren Erhalt bestätigen?
- Wann haben Sie davon erfahren und durch wen?
- Welche Meldungen oder Kontaktaufnahmen gab es bereits?
Bewahren Sie eine Vergleichsaufnahme Ihres echten Profils auf. Sie zeigt, welche Darstellung das falsche Konto nachahmt. Kennzeichnen Sie in Ihrer Übersicht eindeutig, welches Konto Ihres ist. Zwei fast identische Screenshots ohne Erklärung helfen einem außenstehenden Bearbeiter wenig.
Wenn Bekannte Geldforderungen oder beleidigende Nachrichten erhalten haben, bitten Sie zunächst um den Nachrichtenlink beziehungsweise um die genaue Absenderangabe und den Empfangszeitpunkt. Ob weitere Dateien benötigt werden, lässt sich danach gezielt klären. Fordern Sie niemanden dazu auf, mit dem falschen Konto weiterzuverhandeln.
Kontakte warnen, ohne den Schaden zu vergrößern
Eine knappe Warnung über Ihren bekannten Kommunikationskanal kann Verwechslungen verhindern. Erklären Sie, dass das betreffende Konto nicht von Ihnen stammt und dass Geldforderungen oder neue Kontaktangaben darüber nicht beachtet werden sollen. Veröffentlichen Sie keine ungesicherten Vermutungen darüber, wer dahintersteckt.
Bei einem beruflichen Profil kann zusätzlich eine Abstimmung mit der zuständigen Person im Unternehmen sinnvoll sein. Klären Sie, wer Anfragen beantwortet und wo Hinweise gesammelt werden. Unterschiedliche öffentliche Erklärungen machen eine ohnehin verwirrende Situation schwerer nachvollziehbar.
Welche Rechte betroffen sein können
In Deutschland ist für die Verbreitung oder öffentliche Zurschaustellung eines Bildnisses grundsätzlich die Einwilligung der abgebildeten Person erforderlich; gesetzliche Ausnahmen sind gesondert zu prüfen. Dass ein Foto auf Ihrem eigenen Profil sichtbar war, beantwortet die Frage einer fremden Verwendung noch nicht. § 22 Kunsturhebergesetz.
In Österreich nennt das staatliche Informationsportal neben dem Bildnisschutz verschiedene mögliche Straftatbestände bei Onlinebelästigung. Dazu gehören auch das wiederholte Veranlassen von Kontakten durch Verwendung fremder Daten und andere Formen beharrlicher Verfolgung. Die Voraussetzungen müssen im konkreten Fall vorliegen. oesterreich.gv.at: Strafbarkeit von Belästigung im Internet.
Die Bezeichnung „Identitätsdiebstahl“ allein ersetzt in keinem der beiden Länder die Prüfung der einzelnen Handlungen. Für die rechtliche Bewertung macht es einen Unterschied, ob ein Foto kopiert, Geld verlangt, eine falsche Behauptung verbreitet oder ein Konto unbefugt geöffnet wurde.
Wenn die Person hinter dem Profil unbekannt bleibt
Verwechseln Sie eine auffällige Namensähnlichkeit nicht mit einer gesicherten Zuordnung. Sammeln Sie konkrete Fundstellen und beschreiben Sie, weshalb Sie einen Zusammenhang vermuten. Zugang zu nicht öffentlichen Plattformdaten haben private Betroffene nicht einfach auf Anfrage.
Die weitere Ausforschung kann an Grenzen stoßen; ein gelöschtes oder falsch registriertes Konto garantiert keine Identifizierung. Umso hilfreicher ist es, die sichtbaren Spuren früh geordnet festzuhalten. Die Anleitung zur Beweissicherung zeigt die Grundlagen. Für die Meldung lesen Sie Hasskommentare und Profile melden. Werden Ihnen über das Fake-Profil erfundene Handlungen zugeschrieben, ist zusätzlich der Beitrag zu falschen Tatsachenbehauptungen relevant.
